Warum wir eine Diversitäts-Quote von 30 Prozent in den Medien brauchen

Null bis zehn Prozent. So hoch liegt der Anteil an Menschen aus Einwandererfamilien im Journalismus schätzungsweise – je nach Region und Branche unterschiedlich. Medien, die in ihren Redaktionen die gesellschaftliche Vielfalt tatsächlich widerspiegeln, fehlen bisher. Damit sich das ändert, fordern wir als Neue deutsche Medienmacher:innen Medienhäuser und Produktionsfirmen dazu auf, eine Selbstverpflichtung in Form einer konkreten Quote einzugehen: 30 Prozent für vielfältiges Medienpersonal bis 2030. Warum?

  • Es braucht eine Quote, weil eine verbindliche Zielmarke effektiv Veränderungen bewirkt und diese messbar und transparent macht.
  • 30 Prozent, weil die Erfahrungen bei der Gleichstellung von Frauen gezeigt haben, dass weniger nicht ausreicht, um Veränderungen anzustoßen und einen Kulturwandel zu fördern. Kommt eine Frau in einen DAX-Vorstand mit zehn Männern, wird sie sich anpassen: Sie wird so handeln, sprechen und arbeiten wie die anderen. Damit auch die Neuen sich entfalten und gut arbeiten können, braucht es eine kritische Masse. Und die liegt laut Forschung bei 30 Prozent.
  • Außerdem liegt der Anteil von Menschen mit Migrationshintergrund unter Kindern und Jugendlichen bereits bei 40 Prozent. In allen Altersgruppen lag der Bundesdurchschnitt zuletzt bei 26 Prozent. Bis zur 30 Prozent-Marke ist es also nicht mehr weit.

Weitere Beiträge aus dem NdM-Diversity-Guide

Chancen

Ausgerechnet in Zeiten, in denen Abo-Zahlen und Vertrauen sinken, sollen Sie sich auch noch um diesen Diversity-Kram kümmern? Ja, gerade jetzt!

Interview mit Miranda Wayland

Warum Quoten und Zielmarken nur ein erster Schritt auf dem Weg zu mehr Vielfalt sind, erklärt Miranda Wayland, "Head of Creative Diversity" bei der BBC.